Cafe Palestine Freiburg e.V. ist ein politisch- kulturelles Forum, das über die Situation im Nahen Osten berichten, persönliche Schicksale vorstellen und namhafte Referenten zum Thema einladen möchte. Die kulturelle Vielfalt Palästinas soll durch kleine Konzerte, palästinensische Folklore, Literatur und Kunst gezeigt werden.

Dienstag, 21. Dezember 2010

PRESSEMITTEILUNG ISM - ISRAEL´S KRIEG GEGEN STEINESAMMLER 21.12.10

Pressemitteilung


Israels Krieg gegen Steinesammler

Zwischen dem 25.November und 12. Dezember 2010 wurden in der sogenannten Bufferzone 22 palästinensische Arbeiter angeschossen und dabei schwer verletzt. Dies stellt eine schwere Eskalation an Angriffen auf palästinensische Zivilisten in Gaza dar.

Die sogenannte “Bufferzone” ist ein drei bis fünfhundert Meter breiter Streifen von Gazas Land, der sich die gesamte israelischen Grenze entlangzieht, und vom israelischen Militär als no-go Zone erklärt wurde. Laut UN jedoch ist der Aufenthalt noch 1000 bis 1500 Meter von der Grenze höchst gefährlich, ein Gebiet das insgesamt 35% von Gazas Agrarland betrifft.

Doch dieses Land ist nicht nur wichtig für die Landwirtschaft, es ist auch lebensnotwendig für die vielen Schrottsammler. Die meisten dieser sammeln Steine in der Nähe der Grenze, die später dann zu Zement als Baumaterial zerkleinert werden. Zement ist ein kostbares Gut in Gaza, seit dessen Einfuhr unter der seit 2007 fortwährenden israelischen Blockade verboten wurde. Sammeln von Steinen ist die einzige Möglichkeit für diese Menschen im Grenzgebiet, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu verdienen. Arbeitsplätze sind äußerst rar in Gaza, da in der momentanen desaströsen Wirtschaftslage die Arbeitslosigkeit bei über 45% liegt.

Fast täglich werden diese Arbeiter von israelischen Soldaten angeschossen, oft von Dumdum-Kugeln, die im Inneren des körpers explodieren und so einen größtmöglichen Schaden hinterlassen. Sie zerschmettern die Knochen, sodass Getroffene oft für Monate nicht laufen können. Laut der Genfer Konvention von 1899, Erklärung III, ist dies ein Verbrechen. In ihr wird der Gebrauch von sich erweiternden Geschossen, Dumdum Geschosse genannt, in der internationalen Kriegsführung verboten.

In den letzten drei Wochen wurden 22 Steine- und Schrottsammler in die Beine geschossen, seit März 2010 waren es insgesamt 97. Dies ist eine deutliche Eskalation an Verbrechen gegen Zivilisten in Gazas „Bufferzone“ und im umliegenden Gebiet, und ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechte. Viele dieser Verletzen sind für Monate bewegungsunfähig, und die Alleinverdiener einer Großfamilie. Auch Kinder sind davon betroffen, in den letzten drei Wochen wurden vier unter 18-jährige angeschossen. Mokles, 15, wurde am 28. November angeschossen. Er verdient am Tag 50 Schekel durch Steinesammeln, und gemeinsam mit seinem älteren Bruder ist er der einzige Ernährer einer 17-köpfigen Familie. Ismael Sa’aed Qapeen, 31 Jahre alt, verlor drei Zehen, als er am 30. November nahe der Grenze zum insgesamt dritten Male angeschossen wurde. Alle seine vier Brüder wurden ebenfalls bereits angeschossen, der letzte von ihnen am 9. Dezember

Detailierte Berichte über die Vorfälle und die Opfer, samt Bildern, sind hier zu finden:

http://palsolidarity.org/2010/12/15986/

http://palsolidarity.org/2010/11/15946/

http://palsolidarity.org/2010/11/15946/

http://palsolidarity.org/2010/12/16022/

http://palsolidarity.org/2010/11/15912/

ISM Gaza ruft zu einem sofortigen Ende des Beschießens unschuldiger Zivilisten auf, die durch die illegale Blockade Gazas zu dieser Arbeit genötigt werden, und bittet die internationale Gemeinschaft, Israel zu einem Ende dieser Angriffe zu drängen.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Mittwoch, 10. November 2010

!!! Gericht entscheidet: Nakba Austellung darf in Stadtbibliothek gezeigt werden!!!!!

Das Cafe Palestine Freiburg freut sich, mitteilen zu können, dass am 8.11.10 durch die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Freiburg durch den Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichts Sennekamp, den Richter am Verwaltungsgericht Knorr und die Richterin am Verwaltungsgericht Doetsch der Beschluss gefasst wurde, dass die Ausstellung "Die Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser" wie von der Stadt Freiburg ursprünglich zugelassen, in der Stadtbibliothek Freiburg stattfinden muss.
Nach Informationen der Badischen Zeitung wird die Stadt Freiburg das Urteil akzeptieren.

Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, durch dieses Urteil den mündigen Freiburger Bürgern zu ermöglichen, sich selbst ein Bild über Inhalt und Aussage der Ausstellung zu machen. Wir freuen uns ebenso auf einen spannenden Diskurs, von dem wir erwarten, dass alle Beteiligten respektvoll miteinander umgehen. Jeder hat heutzutage genügend Möglichkeiten, sich aus vielen verschiedenen Quellen zusätzliche Informationen zu verschaffen. Wir möchten durch das Zeigen der Ausstellung Interesse und Verständnis für den tragischen Nahostkonflikt wecken. Dies ist mit der Hoffnung verbunden, einen kleinen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben der Menschen zu leisten.

Wir laden Sie ALLE ein, sich selbst ein Bild zu machen - getreu dem Motto Immanuel Kants:

"
HABE MUT, DICH DEINES EIGENEN VERSTANDES ZU BEDIENEN"

Annie Sauerland
Dr. Gabriele Weber


Artikel Badische Zeitung 1


Artikel Badische Zeitung 2


peter-ziegler.eu


Palästina Portal

Neue Rheinische Zeitung

Deutschlandradio Kultur

Jerusalem Post




Mittwoch, 3. November 2010

Austellung: Die Nakba - Flucht und Vertreiburg der Palästinenser 1948 - Stadt Freiburg vertreibt die Vertriebenen















Reaktionen auf die Absage/ die Nakba Ausstellung :

Die Stadt Freiburg zu dem Thema


Palestina Portal

TV Südbaden

Badische Zeitung

Junge Welt





Nach einem Artikel in der kostenlosen Zeitung: der Sonntag, der leider nicht digital vorhanden ist,
schrieb Berthold Lange von der Kant Stiftung:








                                                                                                           7. November 2010

Sehr geehrter Herr Riexinger,

wie fühlen Sie sich nach Ihrer Dienstleistung in Sachen "political correctness"?

Faktisch natürlich auf der sicheren Seite der Sieger!
Aber als Journalist, der lieber diffamiert als recherchiert?
Können Sie da noch in den Spiegel schauen, ohne zu erbleichen?

Sie beginnen ja zunächst ganz vorsichtig: mit der Qualifizierung "emotional".
In Ihrem Studium hätten Sie aber lernen können: Man kann emotional  u n d  rational  im Recht sein.

Sie schreiben statt von Kritik von "Verhöhnung" der Mitarbeiter des Presseamtes der Stadt.
Wer hat dort eigentlich wen verhöhnt? - Und um wie viele Mitarbeiter geht es?

Sie distanzieren sich von Frau Dr. Webers emotionaler "Geißelung" des mörderischen Vorgehens des israelischen Militärs gegen die Gaza - Flotte, welche gegen die Ghetto-isierung Gazas demonstrierte. Sind Sie die Autorität, internationale Untersuchungsergebnisse und Fakten ignorieren oder beiseite schieben zu können?

Wo hätten Sie als Journalist wohl zwischen 1933 - 1945 gestanden?
Auch auf der Seite der Mächtigen und des zuvor gepflegten  "gesunden Volksempfindens" bzw. der Ignoranz?

Ich ging immer davon aus, ein guter Journalist stehe heutzutage auf der Seite der Aufklärung und nicht im Dienst einer opportunistischen Staatsraison und scheinheiliger
„Vergangenheitsbewältigungs“- Rituale auf Kosten Dritter.

Sind die "Verhältnisse" im Sinne Brechts für den Provinz-Journalisten inzwischen so fatal, dass er sich in solcher Weise (euphemistisch ausgedrückt) anbiedern muss? "Erst kommt das Fressen, und dann kommt die Moral!"?

Natürlich muss man an unsere Stadtoberen etwas andere Maßstäbe anlegen, wenn man sie erst einmal in die Situation gebracht hat, sich mit einer bestimmten Auswahl von Fakten und einer kritischen Beleuchtung bestehender Verhältnisse - quasi von Amts wegen -


identifizieren zu müssen. Doch auch das hätte sich mit einem echten "runden Tisch", mehr Rückgrat oder einer distanzierenden Eingangstafel vermeiden lassen.
(Was den deskriptiven Charakter der Ausstellung betrifft, genügt es hier, sich auf die moralische Autorität Prof. Tugendhats zu berufen.)

Stattdessen wurde es zur Stunde der Intriganten und Denunzianten.

Und da setzen Sie sich nun noch drauf, indem Sie eine Frau herabzusetzen suchen, die sich neben ihrer Berufstätigkeit nicht nur um ihre wohlgeratenen Kinder kümmert, sondern ununterbrochen bis an die Grenzen physischer Belastbarkeit für menschlichere Verhält-nisse in Palästina engagiert, gerade um latentem Hass und  Gewalt etwas entgegen zu setzen.
(Soll das Ihre LeserInnen in der verbreiteten Haltung bestätigen: "Ruhe und Konsum ist eure einzige Bürgerpflicht!"?)

Frau Dr. Weber zu unterstellen, sie wolle die Existenz des Staates Israel in Frage stellen,
ist einfach infam und zeugt davon, dass Sie sich anmaßen, über Dinge zu schreiben,
über deren Hintergründe Ihnen die Kenntnisse fehlen.

Doch vielleicht erklären Sie Ihren Lesern in einer Ihrer nächsten "Worte zum Sonntag" einmal, wie aus einem von ständig neuen israelischen Siedlungen perforierten Rest-Palästina mit einem davon losgelösten Gaza, dessen politische Vertreter gegeneinander in Stellung gebracht wurden, ein zweiter Staat entstehen kann und soll. Schon mal daran gedacht, dass dies Versprechen lediglich als Alibi zur Verschleierung bei der Schaffung vollendeter Tatsachen dienen könnte?

Welches glaubwürdige Zukunftsrezept hätten denn Sie für einen Staat, der sich inzwischen immer ungenierter - wie einst Südafrika - rassisch, keineswegs aber rechtsstaatlich (oder religiös) definiert? 

Es wäre schön, Sie könnten Fehler zugeben.

Da ich davon jedoch nicht ausgehen kann, mache ich Sie hiermit darauf aufmerksam, dass
ich mein Schreiben an Sie als offenen Brief behandeln werde.

Mit freundlichen Grüßen
Berthold Lange










































"(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet.Eine Zensur findet nicht statt."(Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland,Artikel 5)
Ein weiteres düsteres Kapitel in der Geschichte der deutschen Meinungsfreiheit und Demokratie geht heute zu Ende. Die Stadt Freiburg hat durch eine Mitarbeiterin des zuständigen Dezernats II, mitteilen lassen, dass die NAKBA-Ausstellung, die am 12.11.10 in der Stadtbibliothek Freiburg unter der Schirmherrschaft der Holocaust-Überlebenden Hedy Epstein eröffnet werden sollte, nicht in städtischen Räumen stattfinden wird. 

Offizielle Begründung: "Es ist zwar alles richtig, was dort gesagt wird, aber es fehlen einige Aspekte" (Mitarbeiterin des Dezernats II). Ein "runder Tisch" mit TeilnehmerInnen der Stadtbibliothek, des Pressereferates, des Rechtsamtes sowie des Schuldezernats, dem die Stadtbibliothek untergeordnet ist, befand heute, dass die Stadt - immerhin neun Tage vor der Eröffnung und nach Drucken und Veröffentlichen der Programme - ursprünglich gemachte Zusagen nicht einhalten würde. Und dies obwohl alle nötigen Unterlagen (inclusive des Begleitkataloges der Ausstellung mit ALLEN Postern und deren gut lesbarem Inhalt) bereits seit Mitte September vorgelegen hatten, die Veranstalterin auf möglichen "Gegenwind" aus bestimmten Kreisen aufmerksam gemacht hatte und die Zustimmung des Dezernats II als übergeordneter Behörde durch die Stadtbibliothek eingeholt worden war. 
Der im Pressereferat der Stadt für die Veröffentlichung des Freiburger Amtsblattes zuständige Mitarbeiter fühlte sich nach Erhalt des fertig gedruckten  Stadtbibliothek-Programms, dazu berufen, dafür zu sorgen, dass - ganz im Sinne der Israellobby - der Bildungsauftrag der Stadt, was die Darstellung des Nahostkonfliktes angeht,  erfüllt wird.  Um diesem großen Auftrag gerecht zu werden, scheute er auch nicht davor zurück, die Schirmherrin der Veranstaltung, Hedy Epstein, als Teilnehmerin einer terroristischen Vereinigung (Free Gaza) zu betiteln. Diese Aussage wiederholte er in einem Telefonat, mit Evelyn Hecht-Galinski. In einem geistigen Höhenflug bezeichnete der gleiche Pressereferatsmitarbeiter E. Hecht-Galinski  als "benutzte Jüdin". 
 Mehrfache Versuche,  die zuständigen Personen des Dezernats telefonisch zu erreichen, wurden dadurch unterbunden, dass man mitteilte, die entsprechenden Gesprächsteilnehmer würden sich NACH der Entscheidung am runden Tisch telefonisch melden. Somit ist das Verfahren des "Runden Tisches" in unserem Fall ein nur scheinbar demokratisches Verfahren, denn die Veranstalter (Cafe Palestine Freiburg) wurden ausgeschlossen und man weigerte sich, ihre Argumente zur Kenntnis zu nehmen. Den Mitarbeitern der Stadtbibliothek wurden Äußerungen zur Sachlage untersagt. 
Die Verantwortlichen im Freiburger Rathaus sollten aufhören, ihre Augen vor der Tatsache zu verschließen, dass in der deutschen Öffentlichkeit bisher in aller Regel die Ereignisse des Jahres 1948 einseitig aus zionistischer bzw. israelischer Sicht dargestellt werden. Die NAKBA-Ausstellung zielt darauf, diese Einseitigkeit zu überwinden und einen Impuls zur längst fälligen Auseinandersetzung mit dem verdrängte Leiden der  Palästinenser zu geben. Doch ohne die Kenntnis und ohne eine gebührende Anerkennung dieser Seite des Konflikts werden Aussöhnung, Gerechtigkeit und Frieden im Nahen Osten keine Chance haben.


Dr. Gabriele Weber, Cafe Palestine Freiburg

Nakba-Austellung aus der Stadtbibliothek vertrieben- Protestieren Sie!

Hier der Kontakt des Oberbürgermeisters Freiburgs Dr. D. Salomon: 
Die Meinung seiner Bürger wird Ihn sicher interessieren!


Kontakt: Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon -  Direktkontakt per E-Mail-Formular >>>
Oberbürgermeister Dieter Salomon: Tel. 07 61/ 2 01-10 00, Vorzimmer: Tel. 07 61/ 2 01-10 01 oder 2 01-10 02
Persönliche Referentin: Tel. 07 61/ 201-10 40
Büro des Oberbürgermeisters: Tel. 07 61/ 2 01-10 50


Auch der CDU Stadtrat Daniel Sander begrüßte die Absage der Nakba Ausstellung und wird sicher offen sein für Kritik und neue Perspektiven die seinen Horizont bezüglich der Nakba erweitern können.
Begrüßung Absage







Stadtrat Daniel Sander M.A. 

Daniel Sander M.A.
Stadtrat der Stadt Freiburg im Breisgau
Eisenbahnstr. 64
79098 Freiburg
Telefon 0761 - 38 76 620
Fax 0761 - 38 76 622
mail sander

Montag, 11. Oktober 2010

Sonntag, 10. Oktober 2010

Der ALAWI VERLAG

Am Anfang war eine Idee

Einen literarischen Verlag zu gründen, ist wahrlich ein waagemutiges Unterfangen.
Nun liegen die ersten Bücher in Übersetzung aus dem Arabischen vor: feine , unterhaltsame, intellegente Bücher. Dabei steht die Frau als Autorin im Mittelpunkt. Ihr eine Stimme zu verleihen, ist unser Anliegen.
Engagierte , arabische Schriftstellerinnen möchten wir im deutschsprachigen Raum ein Forum bieten. Wir verlegen ausschließlich Werke arabischer Autorinnen. Das ist Programm.
Mit ihrer mutigen und offenen Ausrucksweise vermitteln die hier vorgestellten Autorinnen ein authentisches Bild der arabischen Gesellschaft von heute.

Warum ALAWI VERLAG?

Im Kulturaustausch hat die LIteratur eine herausragende Bedeutung. Das Buch öffnet ein Fenster, welches ein umfassendes Bild über die GEsellschaft, ihre besonderen Eigenschaften und EIgenheiten liefert. Literarische Werke in Form von Romanen und Dichtung geben eine authentischen EInblick in die Gesellschaft. Angesichts der angespannten, politisch belasteten Beziehungen zwischen dem arabischen Welt und der christlich-abendländischen Kulturkreis kommt der Literatur im Kulturaustausch zwischen beiden Regionen eine besondere Bedeutung zu.

Die Präsenz der arabischen Lituratur in Deutschland und im deutschsprachigen Raum ist im Verhältnis zu den in Deutschland aus anderen Sprachregionen übertragenen Werken äußerst bescheiden, obwohl die zeitgenössische arabische Literatur durchaus internationales Niveau besitzt.
Alawi Verlag will ein Fenster für die arabische Literatur und das arabische Buch öffnen und somit eine freie engagierte Darstellung der arabischen Kultur ermöglichen.

Alawi Verlag bemüht sich , Brücken zu schlagen für einen lebendigen Kulturaustauch zwischen der deutschen und der arabischen Gesellschaft.

Freitag, 17. September 2010

Donnerstag, 16. September 2010

Daoud Nasser

Daoud Nassar, Palästinenser und Friedensaktivist kämpft mit seiner Familie seit fast 20 Jahren um sein Grundstück bei Bethlehem, das zu Ehren des Großvaters "Dahers Weinberg" heißt.
Trotz stetem Ringen mit der israelischen Militärbehörde, der Justiz sowie jüdischen Siedlern der nahegelegenen Siedlung Neve Daniel hat Daoud vor ca. fünf Jahren sein Begegnungsprojekt "Zelt der Völker" begonnen.
Sein Motto lautet: Wir weigern uns, Feinde zu sein. 
Daoud Nassar, Vater von drei Kindern, wurde für seinen unermüdlichen Einsatz sowohl in Deutschland als auch in den USA ein Friedenspreis verliehen.

Samstag, 17. Juli 2010

Warum Cafe Palestine Freiburg e.V.

Was bewegt mich? Was sind meine Fragen? Lebe ich meine Fragen? Eine Generation junger Menschen ist auf der Suche nach Identität. Das Medienzeitalter lässt wenig Zeit und Raum Fragen zu stellen. Gleichzeitig werden laufend Antworten auf Fragen gegeben, die nicht gestellt werden. 

Ein Publikum wird oftmals durch Medien generiert und dazu angehalten an einer Gesellschaft teilzuhaben, die sich durch materiellen und geistigen Konsum auszeichnet. Ein junger Mensch, der seine Identität bildet, muss und will sich seiner selbst bewusst werden, denn Bewusstsein ist die Grundlage für Identität. 

Ich möchte Freiräume schaffen in denen solche Fragen entwickelt und gestellt werden können. Der im Identitätsprozess befindliche junge Mensch kann und soll im besonderen durch kulturelle Angebote angesprochen und gefördert werden. Durch Begegnung, Erlebnis, Kunst und interkulturelle Arbeit begibt er sich auf einen Weg, auf dem er sich den Antworten seiner dringenden Fragen nähern kann
.
Innerhalb meiner Arbeit habe ich mich der extremen Realität des Nahen Ostens für mehr als drei Jahre ausgesetzt. Ich habe in einem Flüchtlingscamp im Libanon, in Jordanien, sowie unter israelischer Besatzung in den palästinensischen Gebieten gelebt und gearbeitet. 

Seit einem Jahr lebe ich wieder in Deutschland und freue mich über die Zusammenarbeit mit Dr. Gabriele Weber. Mit der Konzeption und Durchführung des Cafe Palestine debütierten wir in der lokalen Kultur Szene Freiburgs .

Das Cafe Palestine ist als soziokulturelles  Graswurzelprojekt das erste seiner Art in Freiburg und verbindet Kultur, Kunst und Politik, um politisches Bewusstsein zu schaffen. Bewusst wählten wir als Veranstaltungsorte Cafes, da dort Leben, Begegnung und Kommunikation alltäglich stattfinden. 

In dieser Atmosphäre können Information, Kultur, Kunst, Politik und persönliche Schicksale rund um das Thema Palästina zu einem lebendigen Gespräch anregen, im Zusammenhang mit dem alltäglichen Leben des Freiburger Publikums steht und eben nicht von diesem losgelöst ist.


Das Cafe Palestine hat den Anspruch dem Besucher als politischen und kulturellen Menschen einen Freiraum zu bieten. Durch Vorträge, Erlebnisberichte und  Diskussionen kommt Austausch über einen Konflikt zustande, der die Menschen seit langem bewegt und dessen Wurzeln mit Deutschlands Geschichte tief verwoben sind.




Als Fotografin bin ich eine politisch engagierte Künstlerin. Ich fotografiere, um Diskrepanz zu schaffen, die den Betrachter dazu anregen Fragen zu stellen. 
Als Pädagogin sehe ich mich als Multiplikatorin im interkulturellen Kontext, indem ich in Katastrophen- und Kriegsgebieten mein Know-how anwende und weitergebe. Die direkte Arbeit vor Ort ermöglicht es mir, die Grundbedingungen unserer Kultur zu erleben: Sicherheit, Nahrung und Begegnung.

Der Prozess der Wiedererschaffung dieser Grundbedingungen innerhalb der unheimlichen Stille nach der Bombardierung, nach dem Erdbeben, wird zu einem künstlerischen Prozess, der die Notwendigkeit nach Kultur beweist. Als Projektinitiatorin und -managerin erfülle ich Aufgaben einer Mediatorin im jeweiligen soziokulturellen Umfeld, sei es im Nahen Osten oder in Europa. Der Mensch bildet seine Identität in der Begegnung mit seinem Gegenüber, seine Kulturidentität bildet er, wenn er Brücken zu anderen Kulturen baut und sich selbst im Spiegel des anderen sieht.


Annie Sauerland



Freitag, 25. Juni 2010

Donnerstag, 24. Juni 2010

Näheres zum 3. Cafe Palestine

Europameister Deutschland.


Waffenexporte und Lizenzvergaben an kriegführende Staaten

und menschenrechtsverletzende Regime im Nahen Osten



Vortrag und Diskussion mit Jürgen Grässlin

am Sonntag, den 4. Juli 2010 um 18.00 Uhr, im Art Jamming in Freiburg



In den vergangenen Jahren steigerte Europameister Deutschland seine Waffenlieferungen auf ein erneutes Rekordniveau. Moralische Grenzen existieren nicht: Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge, Panzer und Gewehre wurden an kriegsführende und menschenrechtsverletzende Regime geliefert. Eine der Schwerpunktregionen ist die Region Nahost. Mit deutschen Waffen und Lizenzvergaben wurde Öl ins Feuer der Kriege zwischen Israel und Palästina, Iran und Irak und des Bürgerkriegs in der Türkei gegossen.



Der Koalitionsvertrag unter der neuen christlich-liberalen Bundesregierung lässt auch zukünftig das Schlimmste befürchten. Neue Großaufträge aus Israel und Saudi-Arabien sichern die Profite der deutschen Rüstungsindustrie. Dabei hätte Deutschland aus den Opferzahlen der Vergangenheit lernen müssen. Allein die Direktexporte und Lizenzvergaben der Gewehre und Maschinenpistolen von Heckler & Koch haben bis heute mehr als 1,5 Millionen Menschen das Leben gekostet, eine weitaus größere Zahl von Opfern zeitlebens verstümmelt. Mit seinen Waffenexporten leistet Deutschland Beihilfe zum Massenmorden in aller Welt.


Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, startet die Friedensbewegung im Herbst 2010 die neue Anti-Rüstungsexportkampagne »AKTION AUFSCHREI - Rüstungsexporte ächten, den Opfern eine Stimme geben!«

Über unseren Referenten Jürgen Grässlin

Laut DIE ZEIT ist Jürgen Grässlin »Deutschlands bekanntester Rüstungsgegner«, Der Spiegel nennt ihn »Deutschlands prominentester Rüstungsgegner«. Als Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und als Vorsitzender des RüstungsInformationsBüros (RIB e.V.) in Freiburg setzt er sich aktiv für konkrete Schritte zur Abrüstung ein. Grässlin ist Autor zahlreicher Bücher über Waffenexporte und Militäreinsätze. Mehrere seine Biografien und konzernkritischen Bücher wurden Bestseller. Im Jahr 2009 erhielt Grässlin den »Preis für Zivilcourage« der Solbach-Freise-Stiftung.

Samstag, 19. Juni 2010

DasKinder der Steine, Kinder der Mauer-Filmvorführung und Gespräch im Rahmen des Freiburger Filmfestes im Friedrichsbau Kino

Das Herz von Jenin-Filmvorführung und Gespräch im Rahmen des Freiburger Filmfestes im Friedrichsbau Kino

Spenden

Cafe Palestine e.V. ist auf Ihre Unterstützung angewiesen. Wir freuen uns über Ihre Spenden.
Sobald die Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Freiburg anerkannt wurde können wir auch Spendenbescheinigungen ausstellen.



Bankverbindung:

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Mitgliedschaft


Unterstützeden Mitgliedschaft
Unterstützen Sie unsere Tätigkeit und werden sie unter- stützendes Mitglied durch einem jährlichen Beitrag von 50 Euro



Mitgliedsbeiträge jährlich:


Einzelpersonen: 50 € 

Schüler, Studenten, Rentner,Erwerbslose: 40 € 

Familien und Lebensgemeinschaften ab zwei Personen: 90 € (80€ ermäßigt)

Der Mitgliedsbeitrag wird in zwei Teilbeträgen halbjährlich durch Einzugsermächtigung entrichtet. 


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Samstag, 12. Juni 2010

2. Cafe Palestine Freiburg am 20.6.10 um 18h im Cafe Art Jamming




Cafe Art Jamming
Günterstalerstr. 41
Freiburg
www.artjamming.de

Das Cafe Art Jamming überträgt die WM - Spiele Italien - Neuseeland um 16h und Brasilien - Elfenbeinküste um 20h30 - Wir freuen uns auf ein gemeinsames "Viewing"! vor und nach dem Cafe Palestine

 

Donnerstag, 10. Juni 2010

Über unsere Referentin Evelyn Hecht-Galinski

Evelyn Hecht-Galinski, deutsche Publizistin aus dem hinteren Kandertal, ist die Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski. Sie tritt seit Jahren für einen gerechten Frieden zwischen Palästina und Israel ein.

Ihre Kritik richtet sich sowohl gegen die einseitig israelhörige Linie des Zentralrats der Juden in Deutschland als auch gegen die israelische Apartheidspolitik. Dies führte in der Vergangenheit immer wieder zu Antisemitismusvorwürfen, wogegen sich Frau Hecht-Galinski vehement wehrt. Antisemitismus und Antizionismus haben nichts gemeinsam, im Gegenteil - Israelkritik mit Antisemitismus gleich zu setzen birgt die Gefahr in sich, echten Antisemitismus zu verharmlosen.

Evelyn Hecht-Galinski schreibt monatliche Kolummnen für das "Palästina-Portal" von Erhard Arendt (http://www.arendt-art.de/deutsch/palestina/Stimmen_deutsch/hecht-galinski_evelyn_das_elfte_gebot_israel_darf_alles_free_gaza.htm), die auch von anderen Zeitungen, wie z. B. der NRhZ übernommen werden. Sie spricht auf Vorträgen über die Situation im Nahen Osten und übt an der unerträglichen Situation der PalästinenserInnen scharfe Kritik. Zuletzt sprach sie am 8.Mai 2010 auf dem 8. Europäischen Palästinenserkongress in Berlin vor mehreren Tausend Besuchern.



Kommentar des Monats Mai 2010 beim Palästina-Portal 

von Evelyn Hecht-Galinski, Publizistin

Rede auf dem 8. Europäischen Palästinenserkongress in Berlin

Unsere Heimkehr ist gewiss - Freiheit für unsere Gefangenen
Grußwort Tempodrom Berlin - 8. Mai 201

"Salam Aleikum,

sehr geehrte, liebe palästinensische Freunde und Freundinnen,

Ich betrachte es als eine große Ehre, dass ich als deutsche Jüdin hier bei Ihnen auf dem 8. Europäischen Palästinenserkongress in Berlin sprechen darf. Das heutige geschichtsträchtige Datum des 8. Mai, des Tages der Befreiung vom Faschismus und der Nazi-Diktatur vor 65 Jahren, sollte dem Staat Israel und allen Verfolgten, die selbst so Schreckliches erlebt haben, Mahnung sein, nie wieder Unrecht und Unterdrückung zu dulden oder selbst auszuüben.

62 Jahre Vertreibung und ethnische Säuberung sind genug! 43 Jahre Besetzung und Unterdrückung sind genug! Schlimmerweise ist es für Israel nie genug. Am 13. April trat die neueste Perversion des „Jüdischen Staates“ in Kraft: Ein Militärerlass, der den Boden für Massendeportationen aus der Westbank bereitet. Diese Verordnung ist ein klarer Verstoß gegen Artikel 49 der Vierten Genfer Konvention. Dieser Erlass ist ungesetzlich und verstößt gegen internationales Recht, da israelische Gesetze im Westjordanland – also auf besetztem Gebiet – nicht anzuwenden sind. Diese Anordnung beweist nur ein weiteres Mal die Macht und die Willkür der israelischen Armee, gegen unliebsame Palästinenser vorzugehen.

Ich fordere Sie, Frau Bundeskanzlerin Merkel, daher auf, gegen diese Besatzerwillkür zu protestieren und sich bei der israelischen Regierung dafür einzusetzen, dass diese unrechtmäßigen Verordnungen zurückgenommen werden. Außerdem fordere ich Sie, Frau Bundeskanzlerin Merkel, auf, den Begriff der Sicherheit Israels als Staaträson für die deutsche Politik rückgängig zu machen. Dieser Begriff stützt sich nicht auf eine demokratische Legitimität. Nein - ganz im Gegenteil -, das verstößt gegen unser Grundgesetz und gegen allen politischen Anstand, die Sicherheit Israels zur deutschen Staatsräson zu erklären.

Genau diese Feststellung führt uns auch zur Problematik der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel.

Das unbeschreibliche Unrecht, das von Deutschen organisiert, an den europäischen Juden/ Jüdinnen begangen wurde, darf nicht dafür herhalten, dass anderen Menschen und Völkern Unrecht angetan wird.

Unsere ganze moralische Herausforderung besteht einerseits darin, der Verantwortung gerecht zu werden, die Lehren aus den Verbrechen des Dritten Reiches zu ziehen, es aber andererseits nicht zuzulassen, dass aufgrund dieses schrecklichen Vermächtnisses uns (Deutschen) das Recht abgesprochen werden soll, aktuelle Verbrechen anzuprangern - und das nur, weil diese von einem Staat begangen werden, der sich selbst als jüdisch bezeichnet. Sich dieser Wahrheit zu stellen, ist die würdigste Form der Holocaust-Erinnerung. Daher möchte ich betonen: Nicht das palästinensische Volk ist schuld am Holocaust, also der Ermordung der europäischen Juden.

Sie aber, die Tausende, die hier stellvertretend für viele Millionen palästinensische Flüchtlinge versammelt sind, sie sind die unschuldigen Leidtragenden dieser israelischen Unrechtspolitik, des Landraubes und der Besatzung.

Solange Israel nicht bereit ist, die palästinensischen Bürger und Bürgerinnen als gleichwertig anzuerkennen und das palästinensische Volk weiter entmenschlicht und unterdrückt, wird es nie Frieden und ein friedliches Zusammenleben geben.

Sogar das öffentliche Gedenken an die Nakba soll ihnen nach Willen der israelischen Regierung genommen werden. Man arbeitet an einem Gesetz, dieses Gedenken unter Strafe zu stellen.

Nach dem Willen der israelischen Regierung soll ihnen der unverhandelbare Ostteil von Jerusalem – seit 1967 unrechtmäßig von Israel besetzt - für einen zukünftigen Palästinenserstaat als Hauptstadt genommen werden. Die israelische Regierung will ihnen auch den Anspruch des Rückkehrrechts vorenthalten, der ihnen völkerrechtlich zusteht.

So bewahren viele palästinensische Vertriebene noch heute ihre Hausschlüssel auf und geben sie an ihre Kinder und Kindeskinder weiter im Bewusstsein: Wir kommen zurück!

Israel hat den Schlüssel für das größte Freiluftgefängnis der Welt – nämlich Gaza – ins Meer geworfen. Der schleichende Genozid an 1,5 Millionen eingeschlossenen Palästinensern schreitet unaufhörlich voran. Auch die Blockade nach dem schrecklichen Angriff auf Gaza mit von Israel über 1.400 ermordeten Palästinensern geht weiter. Die Verantwortlichen für diesen Angriff, gehören eindeutig vor das Haager Kriegstribunal.

Nicht umsonst bekämpft Israel den Goldstone Report so vehement, der diese Kriegsverbrechen dokumentiert. Der Jurist Goldstone wurde daher von offizieller israelischer und jüdischer Seite verleumdet, angegriffen und bekämpft.

Ich möchte Ihnen auch meine Solidarität mit den etwa 10.000 Palästinensern in israelischer Haft aussprechen – unter ihnen Frauen, Kinder und die führende politische Intelligenz. Schon meine Freundin und mein Vorbild, die große Menschenrechtsanwältin, Felicia Langer, schilderte mir die unmenschlichen Folterungen und Haftbedingungen, unter denen ihre palästinensischen Mandanten und andere Häftlinge in israelischen Gefängnissen zu leiden hatten. Dieser Einsatz Felicia Langers für die Menschenrechte wurde mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes von Bundespräsident Köhler gewürdigt. Ich betrachte das auch als einen kleinen Erfolg, für uns alle.

Nochmals: Frau Bundeskanzlerin Merkel, ich ersuche Sie: Pochen Sie auch bei Israel auf die Einhaltung der Menschenrechte und auf die Verwirklichung der 4. Genfer Konvention, der wir verpflichtet sind.

Wo bleibt Ihr demokratisches Bewusstsein als ehemalige Bürgerin eines totalitären Unrechtsstaates, wenn Israel die Rechte des Palästinensischen Volkes mit Füßen tritt und negiert?

Für mich als geborene Berlinerin ist es ein ganz besonderes Gefühl, heute am 8. Mai, dem Tag der Befreiung und dem Ende der Nazi-Herrschaft, auch des Mauerfalls vor 20 Jahren zu gedenken. Ich weiß als Berlinerin, wovon ich spreche, wenn ich an die Berliner Mauer erinnere. So frage ich uns alle:

Wann werden wir den Tag erleben, dass die israelische Apartheidmauer - die tief durch geraubtes und besetztes palästinensisches Land führt und die auf diesem unrechtmäßig vom „Jüdischen Staat“ errichtet wurde - so fällt wie die Berliner Mauer? Wann werden die schikanösen Check Points fallen? Wann werden Sie – die Palästinenser – Ihre Familien wieder frei und grenzenlos besuchen können?

Das wird nur möglich werden, wenn der amerikanische Druck so groß auf Israel wird, wie damals der russische auf die DDR. Herr Netanjahu, reißen Sie die Mauer nieder!

Liebe palästinensische Freunde und Freundinnen: Ich hoffe für Sie alle, die es denn möchten, dass Ihnen nach dem Motto Ihres Kongresses das Ihnen zustehende Rückkehrrecht nach Israel/ Palästina ermöglicht wird und für Sie damit ein friedliches und demokratisches Zusammenleben wahr wird.

Das Rückkehrrecht, wie es Israel allen Juden anbietet, ist für mich eine Farce. Ich frage sie, weshalb soll ich als in Deutschland geborene Jüdin denn zurückkehren? Aber das Rückkehrrecht für Sie, die Vertriebenen und Flüchtlinge der Nakba, ist die Rückkehr Teil des Völkerrechts.

Aus diesem Grunde spreche ich auch explizit die deutsche Bundeskanzlerin an: Beherzigen Sie die Aussage: Recht auf Heimat ist Menschrecht.

Lassen Sie mich zum Schluss betonen: Ich bin für einen demokratischen Staat Israel in den Grenzen von 1967 laut UNO-Beschluss 242. Frieden wäre sofort möglich, wenn Israel sich an die internationalen Resolutionen halten würde, das Recht auf Rückkehr für die Palästinenser erfüllt und Jerusalem als Hauptstadt für zwei souveräne Staaten, nämlich Israel und Palästina anerkennt.

43 Jahre Besatzung und Unterdrückung müssen sofort beendet werden! Lassen sie uns die Hoffnung auf Gerechtigkeit für Palästina und das palästinensische Volk nicht aufgeben! Nur zusammen sind Sie stark!"

Evelyn Hecht-Galinski - 8.5.2010
(Es gilt das gesprochene Wort)

Über unseren Referenten Matthias Jochheim

Matthias Jochheim ist Arzt für Allgemeinmedizin und Psychotherapeut in Frankfurt am Main. Seit 2001 gehört er zum Vorstand der deutschen Sektion von IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War, http://www.ippnw.de/). Auch er setzt sich - neben seiner beruflichen Tätigkeit - unermüdlich für einen gerechten Frieden im Nahen Osten ein.
Er war einer der deuschen Teilnehmer der Free Gaza Flotille und an Bord des türkischen Schiffes "Mavi Marmara", wo er den israelischen Angriff live miterlebt hat. Lesen Sie hier seinen Bericht.


"Gaza – die Blockade beenden!

„Mavi Marmara“ – ein Piratenakt auf hoher See




Von M.Jochheim




Diese Erinnerungen, Bilder und Geräusche werden mich sicher noch oft einholen: eng gefesselte, meist in eine knieende Position gezwungene Menschen, zu hunderten auf einem Schiffsdeck festgehalten, und von vermummten, mit Maschinenpistolen bewaffneten Soldaten in Schach gehalten, so erlebten wir unsere Reise durch das östliche Mittelmeer, nachdem die israelische Armee handstreichartig, vor Beginn des Morgengrauens, die türkische Passagierfähre „Mavi Marmara“ überfallen und unter ihre Kontrolle gebracht hatte - in internationalen Gewässern vor der Küste von Gaza, dem Ziel unserer Reise, wohin wir als Zeichen der Unterstützung medizinische Instrumente, Medikamente, Baumaterialien und Fertighäuser, sowie andere Bedarfsgüter des täglichen Lebens bringen wollten, die die israelische Besatzungsmacht schon seit langem nicht mehr in das Gebiet lässt.

Das Gefühl der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins wurde verstärkt durch das infernalische Knattern und die Vibrationen, die von einem direkt über unserem Deck postierten Hubschrauber ausgingen. Ca. 40 min wurden wir ohne erkennbaren Transportzweck diesem heftigen Lärm ausgesetzt, offenbar mit der Absicht, uns unsere wehrlose Lage als nachhaltige Erfahrung einzuprägen. Sadismus als Machtdemonstration, so erlebte ich dieses Vorgehen der Uniformierten.

Schlimmeres hatte ich nur indirekt erlebt: früh um etwa 4.30 Uhr an diesem 31.Mai hatte sich die israelische Spezialtruppe über dem Deck der Mavi Marmara von Hubschraubern abseilen lassen, und dabei sehr rasch ihre Schusswaffen benutzt, um jede noch so symbolische Verteidigung des Schiffs gewaltsam zu durchbrechen. Eine Gegenwehr mit tödlich wirkenden Waffen war für die Soldaten nicht zu befürchten, denn die etwa 600 Passagiere des Schiffs waren bei Betreten auf Waffenbesitz durchsucht worden, um die Gewaltfreiheit unserer Aktion zu garantieren. Zwar waren einige Holzlatten bei Aktiven unseres Schiffes zu sehen, aber dies änderte nichts an dem - grundsätzlich auf menschenverletzende Gewalt verzichtenden - Charakter unseres Handelns, auf den wir uns als internationales Bündnis aus über 30 Ländern und auf insgesamt 6 Booten und Schiffen geeinigt hatten, die nun auf dem Weg zu unserem Ziel, der Küste von Gaza, gewaltsam angehalten, besetzt und mit Kurs auf den israelischen Hafen Ashdod entführt worden waren.




Es war nichts anderes als ein Hijacking auf hoher See; denn wenn es darum gegangen wäre, einen Waffentransport nach Gaza zu verhindern, wäre eine Durchsuchung des Schiffs und anschließende Weiterfahrt ein mögliches und mit internationalem Recht bei begründetem Verdacht auch legitimes Mittel gewesen.




Es geht aber tatsächlich, aus welchem Kalkül auch immer, um die weitere Strangulation des zivilen Lebens in dieser Enklave zwischen Mittelmeer, ägyptischem Sinai und israelischer Negev-Wüste, deren Fläche in etwa dem Stadtstaat Bremen entspricht, bei einer Bevölkerungszahl von heute etwa 1,5 Millionen Menschen, mit starker Geburtenrate. Mehr als die Hälfte der Bewohner sind arbeitslos, ebenfalls mehr als 50% leben in provisorischen Siedlungen, ohne reguläre Erwerbsquelle, seit der „Nakba“, der Katastrophe der Vertreibung aus ihren ursprünglichen palästinensischen Städten und Dörfern 1948 - abhängig von der Unterstützung durch internationale Agenturen wie UNRWA, der UN-Flüchtlingsorganisation in Palästina. Mangelernährung insbesondere von Kindern ist unter diesen Bedingungen alltäglich in Gaza, ebenso wie beinahe flächendeckende psychische Traumatisierung durch ständige Angriffe der israelischen Armee, insbesondere durch Kampfflugzeuge, und durch wiederholte Invasionen von Bodentruppen – zuletzt in großem Maßstab zum Jahreswechsel 2008/2009, als etwa 1400 Bewohner ihr Leben verloren.




Der internationale Status von Gaza ist in seiner Rechtlosigkeit wohl ziemlich einmalig in der Welt: die von der islamisch geprägten Hamas–Partei getragene lokale Regierung hat bei international unterstützten Wahlen 2006 in den besetzten palästinensischen Gebieten zwar die Mehrheit errungen, dies nahmen dann aber Israel wie auch die westlichen Geberländer zum Anlass, Steuergelder widerrechtlich einzubehalten bzw. ihre Zahlungen einzustellen, und sich an der hermetischen Abriegelung der Menschen von Gaza zu beteiligen – es scheint, dass die Palästinenser für ihr „falsche“ Wahlentscheidung bestraft werden sollten, fürwahr ein beeindruckendes Beispiel westlichen Demokratie-Verständnisses.




Die Abriegelung hat eine weitgehende Paralyse des ökonomischen Lebens mit sich gebracht, denn ohne Rohmaterialien, die importiert werden müssen, gibt es auch für die erfinderischen Menschen in Gaza wenig Chancen, zu produzieren. Sie wurden zu Almosenempfängern der Hilfsagenturen degradiert, ohne Recht auf Ausreise, und sogar der Besuch der palästinensischen Westbank ist ihnen in aller Regel verwehrt.




Dagegen richtete sich unsere internationale Aktion. Auf Handgreiflichkeiten, vielleicht auch auf Festnahme waren wir vorbereitet, nicht aber auf das, was wir dann erleben mussten: konfrontiert zu sein mit tödlicher Gewalt. In mein Gedächtnis haben sich die Szenen eingebrannt, wie erregt schreiende Helfer blutüberströmte Opfer des israelischen Überfalls die Treppe zu unserem Zwischendeck herunterschleppen; ich sehe die vier getöteten Aktiven, die in diesem Aufgang liegen, später höre ich von insgesamt 9 Todesopfern der israelischen Aktion. - Auch die Angst der zwei israelischen Soldaten kommt in mein Gedächtnis, die dort vorübergehend festgehalten werden, nachdem sie offenbar als erster Vor-Trupp isoliert und von den Wächtern auf dem Deck arretiert wurden.




Jetzt, einige Tage nach diesen Erlebnissen, scheint eine Flut von Meldungen aus allen Kanälen diese unmittelbaren Eindrücke überlagern zu sollen; man hört, es sei der Wunsch der Getöteten gewesen, ihr Leben bei diesem Anlass hinzugeben – als habe es sich bei unserer Protest- und Solidaritätsfahrt um ein Suizidprojekt gehandelt. Die Infamie von Kriegs- und Gewaltrechtfertigung ist wohl wirklich grenzenlos, und das Zusammenwirken von Menschen aus über 30 Nationen, aus Orient und Okzident auf der Mavi Marmara wohl ein besonderer Anreiz, hier mit Erfindungen jeder Art wenigstens im Nachhinein Verwirrung und Zwietracht zu säen.




Es war wohl kein Zufall, dass gerade die Mavi Marmara auf diese Weise attackiert wurde, bei einer Nacht- und Nebel-Aktion, die für die Tarnung und Rechtfertigung völlig unverhältnismäßiger Gewalt vergleichsweise günstige Bedingungen liefert.




Als IPPNW hätten wir sicher nicht an einer Aktion teilgenommen, die Todesopfer hätte erwarten lassen. Verzicht auf Menschen gravierend verletzende und erst recht auf tödliche Gewalt, dieses Prinzip der internationalen FreeGaza-Koalition wurde von Seiten unserer Mitreisenden nach allen meinen Beobachtungen auf der Mavi Marmara eingehalten.




Wir trauern um die 9 Opfer militärischer Gewalt, und hoffen, dass ihr Einsatz nicht umsonst bleibt, sondern einen Mosaikstein auf dem Weg zur Durchsetzung eines gerechten und dauerhaften Friedens zwischen Israel und Palästina beitragen kann. Dies ist nicht nur für die betroffenen Menschen in der Region von essenzieller Bedeutung, sondern darüber hinaus auch für Europa und, wohl ohne Übertreibung zu sagen: den Fortschritt für den Frieden weltweit ."



Homepage von "Free Gaza" Deutschland http://www.freegaza.de/aktuelles.php





Freitag, 28. Mai 2010

ASHRAF by VERA MACHT 21.2.11

Ashraf Abdellatif Iqtifan was born in Gaza City in 1980. He grew up surrounded by five brothers, two sisters, and everyday violence. When Ashraf was eleven years old, his 14-year-old brother Rami, who on his slightly yellowed photo smiles cheekily and brightly into the camera, threw a stone at an Israeli soldier, Gaza was occupied by Israel. A soldier standing next to them saw this, he took his gun and shot Rami between the eyes, the bullet got stuck in the brain. The brain-dead boy was brought to Israel, the family got him back cut open, all organs, even his eyes, were missing. The parents went to court and won. The soldier who had shot Rami, was sentenced for manslaughter of a child to 15 days of prison. Yes, days. He was also demoted two ranks. But in spite of everything, Ashraf dreamed of a better life in Israel. When he was 19 years old and Gaza was not yet a jail, he managed to escape. He went to Tel Aviv and began to work as a dishwasher. His salary may not have been high, but it was enough to feed his entire family in Gaza, after the blockade none of them have work anymore. For 12 years Ashraf lived and worked in Tel Aviv. But five months ago, the horror from which he had escaped all those years came back to him. He was stopped by the police, and when looking into his passport, they noted that he was from Gaza. Shortly afterwards Ashraf was back in his hometown. But the joy of reunion lasted only very briefly. Ashraf found his family in poor living conditions, and now absolutely no money came from outside, no one had work anymore. He began to accompany two young men from the extended family, Fathi Jihad Khalaf, 21, and Ar-Tal'at Ruwagh, 25, by collecting stones, so that at least some money came in. They went every day into the area of a former Israeli settlement in northern Gaza, near the border with Israel. But the missing money and the related concern of no longer being able to care for his family was not the only thing that made Ashraf so desperate. Every day he looked across to the country that had been his home for many years, where his work was, his flat, his friends, his life. "No, Ashraf was not married," says his father, "that wouldn’t have been possible. I have to approve the marriage, and the whole family must be present at the celebration”. He had begun to plan a marriage for his son, he suggested possible partners. But each time Ashraf refused with some excuse or changed the subject. Maybe after so many years, he deviated a bit from his tradition. Perhaps contrary to father's firm conviction a girlfriend did wait for him in Israel, who knows, maybe he even had a family there. And so he developed a plan that was a mix of so stupid and naive that you have the urge to shake him and his two friends with whom he was collecting stones, if they hadn’t already paid for this stupidity with their lives. One can imagine Ashraf raving to his friends about the better life in Israel, about the opportunities they would have there, about the freedom. And these two guys who should have known it better, who were confronted with the violence of the Israeli military in the buffer zone on a daily basis, suddenly believed they knew the area well enough to see an opportunity. These two young men should have known better. They all should have known better. "Maybe he thought that the soldiers at the border were just as the people with whom he used to work in Tel Aviv, maybe he thought that they wouldn’t immediately shoot him", his father said quietly. Whatever Ashraf thought, he wanted to return at any rate. On the night to the 17th of February he and his two new friends set up to their way to the border. Did they really believe that this would work out? Ashraf perhaps hadn’t realized yet that Gaza had


become a high security prison during the long years of his absence. They hadn’t even reached the border when they were fired at - by a nearby gunboat on the water, by a drone from the air and a tank at the border. Half of Ashraf’s head was missing when the three bodies could finally be rescued four hours later, around six clock in the morning. No weapons were found, neither on the bodies, nor in the close surroundings. "I don’t know if he told anyone of his friends in Israel about his plan," said his father. "He didn’t even told me that he would try it that night." The declaration of the Israeli military stated that they "thwarted a terrorist attack”, the men would have been caught, "deploying explosives at the border". And that’s how the story was probably in the Israeli media. Did Ashraf tell his friends about his plan? Have they read the news? Do they know that he is dead, that Israeli soldiers didn’t prevent a terrorist attack, but killed their friend, who wanted to go back? Ashraf, does that name ring a bell to you, you inhabitants of Tel Aviv? Was he your employee, or the man who washed your dishes in your favorite restaurant, perhaps you've seen him on the way out? Was he your friend, partner, perhaps even father? The man who was sitting next to you on the bus, the guy with whom you started a conversation in the long queue at the supermarket? He's dead. Have you thought of him as you read the news about the last thwarted attack from the terrorists? About three more deaths on the long road to adequate safety? Ashraf was on his way home.

Vera Macht lives and works in Gaza since April 2010. She is a peace activist and reports about people´s daily struggle in Gaza (Vera.Macht@uni-jena.de)

Freitag, 7. Mai 2010

Über Uns- von Dr. Gabriele Weber


Die Idee des“ Cafe Palestine“ stammt direkt aus Palästina, genauer gesagt aus der Westbank. Ziel ist es, überall auf der Welt Palästina-Cafes entstehen zu lassen, um in den so wichtigen Dialog zu treten und auf das Schicksal der PalästinenserInnen aufmerksam zu machen.  Vor einigen Wochen haben unsere Schweizer Freunde das erste Cafe Palestine in Zürich gegründet. Die Idee hat mich sofort begeistert und ich habe – gemeinsam mit Annie - beschlossen, einen Versuch in Freiburg zu starten. Freiburg ist somit die erste Stadt in Deutschland, in der ein „Cafe Palestine“  stattfindet.
Ich selbst bin keine Politikerin, keine Historikerin, keine Diplomatin und keine Spezialistin für den Nahostkonflikt. Ich bin Ärztin aus Leidenschaft, aber in allererster Linie Mutter von drei deutsch-palästinensischen Kindern, denen der Nahostkonflikt einen großen Teil ihrer Identität raubt. Die gesamte Familie meines Mannes lebt in Gaza, er – als ältester Sohn – ist  der einzige, der nicht im größten Freiluftgefängnis der Welt eingesperrt ist, sich aber oft wünscht, es doch zu sein, um bei seiner Familie sein zu können. Seit 10 Jahren konnten weder wir in den Gazastreifen hinein, noch jemand von der Familie hinaus. Es ist sogar so, dass fast keiner der Großfamilie jemals die Gelegenheit hatte, den Streifen zu verlassen.
Für mich gibt es drei Schlüsselerlebnisse, die dazu geführt haben, dass ich nebenbei als Netzwerkerin arbeite, Informationen zu Palästina-Israel ca. einmal wöchentlich verteile und Veranstaltungen organisiere:
1.       Meine erste Reise nach Gaza 1994, mit unserer damals eineinhalbjährigen Tochter, hat mich durch viele kleine und größere Erlebnisse  zum allerersten Mal in meinem Leben damit konfrontiert, was es bedeutet wehrlos und schutzlos ausgeliefert zu sein und gedemütigt zu werden . Der Eindruck, dass Palästinenser für israelische Soldaten noch weniger wert sind als Hunde, hat sich tief in mein Bewusstsein eingegraben.
2.       Das 2. Schlüsselerlebnis ereignete sich fast genau vor 2 Jahren, im Mai 2008. Wir versuchten über die ägyptische Grenze bei Rafah in den Gazastreifen einzureisen, um zum ersten Mal seit damals acht Jahren endlich wieder die Familie  sehen zu können. Über das Fernsehen hatten wir in Kairo davon erfahren, dass die Grenze für drei Tage lang geöffnet werden sollte, um Kranke und Verletzte aus dem Gazastreifen nach Ägypten bringen zu können, die dringende medizinische Versorgung brauchten. Doch wie bitter war die Enttäuschung  als wir nach stundenlangem Bemühen feststellen mussten, dass die ägyptischen Soldaten kein Erbarmen haben würden. Selbst das Angebot meines Mannes, dass man ihn gefesselt zur anderen Seite der Grenze bringen solle, damit er wenigstens seinen Vater, der seit Stunden auf uns wartete, sehen kann, stieß auf unerbittliches NEIN. Vielleicht können Sie sich die Verzweiflung und die Tränen vorstellen, die uns alle überfluteten, als wir unverrichteter Dinge mit Gaza telefonierten und erklären mussten, dass wir nicht kommen würden.
3.       Die grausame Militäroffensive Israels gegen den Gazastreifen im Dez./Januar 08/09  hat uns als Familie stark traumatisiert. Wir erlebten in unseren wenigen möglichen Telefonaten live mit, wie die Bomben im Hintergrund fielen, wie verzweifelt unsere Familie war, da es kein Wasser gab, mit dem man die Staubauflagerungen der Gas- u. Phosphorbomben abwaschen konnte. Sauberes Trinkwasser, mit dem man den durch die Bomben ausgelösten schrecklichen Durst löschen konnte gab es sowieso nicht mehr. 
Diese persönlichen Berichte standen in keinem Verhältnis zu der deutschen offiziellen Berichterstattung und ich begann mich zu fragen, wie es möglich ist, dass wir als Zivilbevölkerung es zulassen können, tagein tagaus durch Fehlinformationen an der Nase herumgeführt  und mit Lügen oder  Halbwahrheiten abgespeist zu werden. Ich begann – aus dieser absoluten Ohnmacht und Hilflosigkeit der Familie in Gaza gegenüber – Informationen im Internet zu suchen und zu versenden und mache dies bis heute regelmäßig. Mein „Verteiler“ wächst ständig. Andere Gruppen verbreiten meine Rundmails wiederum weiter, so dass immer mehr Menschen angesprochen werden.  Auch die Schweiz, Frankreich, Österreich, Holland und seit neuestem auch Belgien, sind mit von der Partie.


Montag, 3. Mai 2010

Montag, 1. März 2010

I ONLY HAVE YOU by VERA MACHT

"I only have you to count on. From now on, my children depend on you ", this is the desperate call of a man who sees no way out for himself and his children, and we ISM members who came to his phone call, receive it in helpless silence. It is not the first time that we visit this family, and every time we go home more horrified.
The last time we were there was on the 14th July 2010, a day after his wife died. Was murdered, there is no other way to say it. Nasser Jabr Abu Said lives in Johr al-Dik, 350 meters away from the border with Israel. On the evening of the 13th July, Nasser's wife was in the garden with two other women from the family when they were fired at with artillery shells from a nearby tank. With flechette shells, which explode in the air so that 5 to 8000 nails shoot out of them, piercing everyone and everything in a cone of 300 by 100 meters. It is an illegal weapon.
Nasser's wife was not injured, but the shoulder of Nasser's sister was wounded, and the leg of the third woman, Sanaa Ahmed Abu Said, 26. The family took shelter in the house and called an ambulance, which was unable to approach because it was stopped by machine gun fire from the nearby Israeli soldiers. At this point, the 33 year old wife of Nasser, Nema Abu Said, realized that the youngest of her children, Nader, was asleep in the garden. As Nema ran outside to bring him to safety, she and her brother-in-law were pierced by the nails of another flechette shell. It took four endless hours until the ambulance finally got the permission to help the family, by then Nema had died.
When we first visited the family, no one had yet had the heart to explain to Nader that his mother had died. He kept asking for her while we were there. But how do you explain something like that to a three years old child?
But when we came this time, all the children knew only too well what had happened. Nasser explained that he could no longer live in the house because the almost daily incursions, bombs and shootings have destroyed their damaged psyche so much further that they wake up every night screaming from nightmares, having wetted the bed. UNRWA rented a tiny apartment for the family - right next to the cemetery where the mother is buried. "I couldn’t get my children away from their mother's grave. It happened more and more that I suddenly noticed at night that one of the children had gone, and I found them crying in the cemetery, I knew I couldn’t stay there any longer”, Nasser told us.
His alternative is disconcerting. He has pitched a tent funded by the Red Cross, a few hundred meters away from his old house. The Red Cross also brought three blankets, when Nasser requested more aid he was told that he had already been helped. UNRWA told that they could not finance a new house. Although they also recognized that the danger was too great to stay in the old house, the old house would first have to be destroyed. Before the house is destroyed, they don’t act.
In this tent, amid the rain of the winter, Nasser now sleeps with his four sons and his daughter, 3, 5, 8, 9 and 10 years old. On only two mattresses, because he has to burn the old mattresses every few weeks, since every night they are wetted by the children. There is not enough money for new mattresses, as well as for a sufficient amount of blankets, clothes and school uniforms for the children, and for their transportation to school. He doesn’t dare to send them to school before it’s light, which means that they miss two hours of lessons every day. "They urgently need psychological care," says Nasser quietly, he didn’t know where to start when
we asked him what he needed the most. They had psychological care, for a short while, the psychologist diagnosed that they remained mentally in the state in which they were when their mother died. When a few days ago the bombs fell, one of them near the house, the children screamingly woke up their father.
They need the continuous care of their father, but that is not the only thing that prevents him from earning money. Nasser can’t farm his land any more, it was too often flattened, it is situated mainly in the inaccessible buffer zone, and he lacks the resources to be able to start farming the rest of his land. He doesn’t have the money for seeds to plant something. "I would love to plant eggplants again, cabbage and watermelons. Also sheep would be a big help. But my water system is completely destroyed from the bombs, and I lack the money to rebuild it."
"I am an old man," Nasser Abu Said says, 37 years old, "to me it is no longer important, but what about my children? Don’t they have the right to life, the right to grow up in safety and with some joy?"
“From now on, my children depend on you,” this sentence stays in your mind. And so I do what is in my power. I write about it. Nasser's misery concerns all of us. This wasn’t fate, that wasn’t a natural disaster. A few years ago, Nema and Nasser Abu Said were a happy and content family.


 by VERA MACHT