Cafe Palestine Freiburg e.V. ist ein politisch- kulturelles Forum, das über die Situation im Nahen Osten berichten, persönliche Schicksale vorstellen und namhafte Referenten zum Thema einladen möchte. Die kulturelle Vielfalt Palästinas soll durch kleine Konzerte, palästinensische Folklore, Literatur und Kunst gezeigt werden.

Montag, 27. April 2015

Veranstaltungsreihe vom 11. bis 13.5.15 - Jaffa, 'die Altstadt von Tel Aviv?'

Herzliche Einladung von Cafe Palestine Freiburg zu einer Veranstaltungsreihe der besonderen Art anlässlich der geplanten Städtepartnerschaft Freiburg - Tel Aviv/Jaffa


11. bis 13. Mai 2015

JAFFA, die 'Altstadt von Tel Aviv'?

Montag, 11.5.15, 19h30, Uni Freiburg, KG I, HS 1221, Eintritt 2,50 €

Film "Jaffa - The Orange´s Clockwork" ('Jaffa - Im Namen der Orange')
von Eyal Sivan, 2009

mit deutschen Untertiteln

Wer kennt sie nicht, die Jaffa-Orange? Seit Jahrzehnten ist sie lecker, gesund und weltberühmt. Selbst Stars wie Ingrid Bergman und Louis Armstrong posierten für sie - "Jaffa" war der Hit unter den Fruchtsäften. Die Geschichte der Hafenstadt Jaffa, die der Stadt Tel Aviv einverleibt wurde, ist Jahrtausende alt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war sie eine der lebendigsten und kosmopolitischsten Städte des Nahen Ostens - kulturell, ökonomisch und politisch. In ihrem Umland wurden über Jahrhunderte Orangen kultiviert, der Export der palästinensischen "Jaffa-Oranges" durch den Hafen gewährleistet.

Anhand von einzigartig komponiertem Archivmaterial spürt der israelische Regisseur Eyal Sivan in seinem Film der Orangen-Marke nach. Er zeigt israelischen und palästinensischen Intelektuellen und Mitarbeitern der Zitrusindustrie alte Fotos, frühe Filmaufnahmen, Werbefilme und -plakate, politische Poster sowie Malerei rund um die Frucht. Sie erinnern, reflektieren und analysieren am Beispiel der Jaffa-Orangen ihre eigene Geschichte und die ihres Landes. Die unterschiedlichen, sich ergänzenden Narrative brechen Mythen und schreiben eine Geschichte jenseits nationalistischer Historiographie. Gleichzeitig zeigt die visuelle Selbstdarstellung der zionistischen Marke "Jaffa" die systematische Schaffung einer Legende.

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Dienstag, 12.5.15, 19h30, Uni Freiburg, KG I, HS 1098, Eintritt 2,50 €

Jaffa - Stifling the Orange ('Jaffa - die Erstickung der Orange')

Vortrag von Dr. Makram Khoury-Machool


"Jaffa hat eine Jahrtausende alte, bis auf die Bronzezeit zurück gehende Geschichte und war seit Jahrhunderten prominenter Hafen und See-Verbindung nach Europa. In moderner Zeit entwickelte sich Jaffa zu einem blühenden Zentrum diverser Industrien und war bekannt wegen seiner Baumwoll - und Lederprodukte, Zigaretten, Textilien und edler Holzschachteln. Weltoffen und kulturell lebendig, gab es in Jaffa internationale Schulen und Ausbildungsstätten, viele politische Zeitungen und Journale wurden hier heraus gegeben.
Jaffa war auch ein Ort der Zuwanderung, beliebt wegen seines Flairs und seiner gesellschaftlichen Möglichkeiten. Seit dem zionistischen Plan war der Hafen von Jaffa Ankunftsort der meisten jüdischen Neueinwanderer und der Jaffa umgebende fruchtbare Küstenstreifen wurde Zentrum der zionistischen Kolonisation.
Nach den Teilungsplänen der UN von 1947 sollte Jaffa wegen seines eindeutig palästinensischen Charakters eine kleine palästinensische Insel inmitten des Gebietes sein, das den zionistischen Vertretern zugesprochen werden sollte. Infolge der zionistischen Übergriffe vor der Staatsgründung Israels mussten ca. 70.000 Menschen Jaffa verlassen. Im Jahr 1966 verlor die Stadt ihre Selbständigkeit, wurde der Stadtverwaltung Tel Aviv unterstellt und wird bis heute als die "Altstadt Tel Avivs" vermarktet. " (Viktoria Waltz, Von Basel nach Jerusalem, 2014).

Dr. Makram Khoury-Machool wurde in Jaffa als Sohn christlicher Palästinenser geboren. Er arbeitet als Spezialist für Medien und internationale Beziehungen an der Universität in Cambridge.
In seine Heimatstadt Jaffa kehrte er  im Februar 2015 zum ersten Mal nach 15 Jahren zurück. Im Jahr 1991 schrieb er eine akademische Arbeit über die Geschichte der Stadt Jaffa - eine bis heute aktuelle, international anerkannte Studie.


In englischer Sprache mit deutscher Übersetzung

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Mittwoch, 13.5.15, 19h30, Uni Freiburg, KG III, HS 3043, Eintritt 2,50 €

Film "Encounter With a Lost Land" ('Begegnung mit einem verlorenen Land')
von Maryse Gargour, 2013

In franzöischer Sprache mit deutschen Untertiteln

Maryse Gargour interviewt in ihrem Film französische Staatsbürger, die in Jaffa, Bethlehem, Jerusalem geboren wurden. Ihre Eltern waren Diplomaten, Ärzte, bekannte Händler, die in den 20ern und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in Palästina lebten, manche schon in der 4. Generation.
Sie fühlen sich dem Land besonders verbunden, da sie dort friedvoll aufwuchsen - ohne irgendeine Form von Diskriminierung durch die ortsansässige, palästinensische Bevölkerung. Das Kommen und Gehen von Schiffen und Nationalitäten aus aller Herren Länder war vollkommen normal für sie. Ihre Berichte erzählen von der Alltagsdynamik und dem Leben in Palästina zur damaligen Zeit.
Für ihre Dokumentation hat die Regisseurin Material aus diplomatischen Archiven, persönliche Briefwechsel, Zeitungsartikel, offizielle diplomatische Briefwechsel sowie unveröffentlichte audio-visuelle Aufzeichnungen verwendet.

Im Anschluss Filmgespräch mit Dr. Sandrine Mansour-Mérien, Historikerin an der Universität in Nantes. Als Tochter eines palästinensischen Vaters und einer französischen Mutter liegt ihr Forschungsschwerpunkt auf der unterdrückten palästinensischen Geschichte .

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